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Informationen zum Vornamen Jul


Jul

Geschlecht: männlich

Verbreitung: sehr häufig


Weitere Vornamen mit Anfangsbuchstaben J


Das Julfest ist ein nordgermanisches Fest im Winter, dessen Ursprünge und Bedeutung weitestgehend im Dunkeln liegen. Eine vor allem durch den Nationalsozialismus geprägte, weitverbreitete, aber wissenschaftlich nicht haltbare Ansicht ist es, dass es ein Vorläufer Weihnachtens sei, das im Zuge der Christianisierung übernommen wurde, und es dessen Termin (mit-)bestimmt habe. Denn der Termin für Weihnachten ist wesentlich älter als der Einfluss germanischen Brauchtums. In den skandinavischen Sprachen heißt Weihnachten heute Jul, im Englischen besteht der Begriff Yule und im Nordfriesischen heißt es Jül.

Das Wort und seine Verbreitung

Die älteste Erwähnung des Wortes Jul befindet sich in einem gotischen Kalenderfragment, im Codex Ambrosianus A. Das Fragment beschreibt das Ende des Oktobers und den November. Der November ist mit Naubaimbair: fruma Jiuleis überschrieben. Das heißt „November: der erste Julmonat“, aber auch „November: Der Monat vor der Julzeit“ ist möglich. Das Wort „Prosabbaton“ im Markusevangelium (Mk 15,42) LUT wurde mit „fruma sabbato“ übersetzt. Auch die altenglische Bezeichnung „æftera Geola“ für Januar deutet darauf hin. Im Altnordischen sind „Júl“ und „Jól“ nachgewiesen, im Finnischen als Lehnwort „juhla“ und „joulu“, wobei „juhla“ ganz allgemein „Fest“ bedeutet, während das später übernommene „joulu“ von vornherein für das christliche Fest reserviert war. In der weiteren Bedeutung umfasst „jól“ ganz allgemein das Festmahl, z.B. in der Kenning „Hugins jól“ = „Trinkgelage des Raben“. In vorchristlicher Zeit wurde Jól zur Mittwinternacht durch Opfer gefeiert (zur Datierung siehe unten). Zu diesem Wort gehört auch „jóln“ (neutrum plural) = Götter und „Jólnir“, ein Name Oðinns. Das bedeutet „Herr der Götter“, möglicherweise auch „Herr des Jólfestes“, denn die Flateyarbók berichtet, dass die Heiden das Julfest zu Ehren des bösen Oðinn feierten. Man kann dem nicht mehr entnehmen, als dass auch Oðinn im Julfest eine nicht näher bestimmbare Rolle gespielt hat. Gleichwohl ist die Etymologie zweifelhaft. Eine andere Herleitung stellt Jul zu „él“, was „Schneegestöber“ bedeutet.[1] [2]

Die Anfänge

Die frühe Geschichte des Julfestes ist sehr umstritten. Die Meinungen reichen von der Leugnung eines vorchristlichen Julfestes bis zu Rekonstruktionsversuchen aus späteren Bräuchen. Dabei spielt die unterschiedliche Bewertung der altwestnordischen Quellen hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit die entscheidende Rolle. Auch ist umstritten, wie weit man Berichte über Herbst- und Winteropfer mit dem Julfest in Verbindung bringen darf, um vorchristliche Riten zu beschreiben. Das zeigt sich an der unterschiedlichen Bewertung des „alfablót“ (= Elfenopfer) in den „Austrfaravísur“ des Skalden Sighvatr oder Snorris Schilderung des Opfers in Tröndelag, zu dessen Teilnahme König Håkon der Gute gezwungen wurde. Es ist aber unstrittig, dass das Wort selbst vorchristlich ist. Die Kirche hatte vergeblich versucht, das Wort durch andere Begriffe zu ersetzen (Norrøn: „Dróttins burðar tíð“, Altschwedisch: „gudz födzlo hötidh“). Die altenglischen, nordischen und gotischen Belege stammen alle aus christlicher Zeit und stehen fast durchweg in christlichem Kontext. Es ist daher schwierig, aus den knappen Quellen der altnordischen Literatur ein Bild der verschiedenen Feste zu gewinnen. Das gilt für das erwähnte „alfablót“ der Skandinavier und die „Nacht der Mütter“ bei den Angelsachsen. Der Rückschluss von späteren Bräuchen begegnet der starken Wandlungsfähigkeit solcher Bräuche und ihrer Fähigkeit, sich andere Elemente anzueignen. Generell ist zu beachten, dass Sitten und Bräuche, die an die römischen Kalendae-Feste gekoppelt waren, alsbald in volkstümliche christliche Feiern aufgenommen wurden und sich im Zuge der Christianisierung über ganz Europa bis in den Norden ausbreiteten. Dazu gehören Bräuche mit Vermummungen und die Sitte, sich zu Silvester zu beschenken, was später auf das Weihnachtsfest überging.

Der altisländische Kalender lebte neben dem kirchlichen Kalender nach der Christianisierung noch eine Weile fort. Er wurde allmählich dem julianischen Kalender angeglichen. Das geschah bis zum 12. Jahrhundert. In einer komputistischen Abhandlung aus dem 13. Jh. findet man noch „ýlir“, eine Ableitung für „jól“, für den zweiten Wintermonat. In jener Zeit bezeichnete „ýlir“ die Zeit vom 14. November bis 12. Dezember.[3] Die gotischen und der altwestnordischen Monatsnamen „juleis“ und „ýlir“ sind bereits dem kirchlichen Kalender angepasst und besagen nur, dass das Julfest zwischen Mitte November und Mitte Januar lag. Die altenglische „giuli“-Zeit bezeichnete nach Beda Venerabilis Dezember und Januar („Bedae De Temporum Ratione“ Kap. 15). Bei der näheren Zeitbestimmung stützt man sich im wesentlichen auf Snorri Sturluson. Er nennt drei Jahresfeste der vorchristlichen Nordleute: Ein Fest zu Beginn der Winterperiode, ein zweites Fest zur Mitwinterzeit und ein drittes im Sommer, wahrscheinlich zu dessen Beginn („Heimskringla“, Olafssaga helga Kap. 109[4], 117; Ynglingasaga Kap. 8). Die Angaben der Olafssaga betreffen Trøndelag, die Angaben der Ynglingasaga betreffen nach dem Zusammenhang die Mälargegend in Schweden. In der Saga über Håkon I., den Guten, berichtet er, dass man früher das Julfest zur „Mittwinternacht“ 3 Tage lang gefeiert habe. Nach der altwestnordischen Zeitrechnung fiel die Mittwinternacht auf die Mitte des Winterhalbjahres. Das war der 14. Januar. Es ist aber nicht sicher, ob die Bezeichnung „Mittwinternacht“ in der vorchristlichen Periode wirklich die Mitte des Winterhalbjahres war, oder die längste Nacht der Winterperiode. Andere Forscher stützen sich auf den agrarischen Jahresverlauf und halten das germanische und skandinavische Julfest für mit den Festen identisch, die im Anschluss an die herbstliche Tierschlachtung und zum Ende der herbstlichen Drescharbeiten von Mitte November bis Mitte Dezember stattfanden.[5] Dem wird die Zuverlässigkeit von Snorris Angaben entgegengehalten. Also war das Julfest mit Snorri Mitte Januar oder zur Zeit des zunehmenden Mondes nach der Wintersonnenwende. Prokopios von Caesarea berichtet von einem großen Fest auf Thule für die Zeit, wenn die Sonne nach der langen Winter-Dunkelheit zum ersten Mal sichtbar wurde. Seine Angabe 40 Tage Winterdunkelheit und 40 Tage Mitternachtssonne bezieht sich sicherlich auf die Lofoten. Beda berichtet, dass im England seiner Zeit das Jahr am 25. Dezember begann und dass die Nacht wegen der zu beobachtenden Bräuche als die „Nacht der Mütter“ bezeichnet wurde. Thietmar von Merseburg berichtet von einer Kultfeier bei den Dänen, die im „Januar, am Tage, an dem wir des Herrn Ankunft feiern“ stattfand.

Das „Haraldskvædi“, das um 900 entstanden ist, ist die einzige Skaldendichtung vor 1100, in der das Julfest genannt wird. Dort stellt der Dichter die Julfeier auf dem Lande dem Jultrinken der Seekrieger gegenüber. Dort heißt es in der 6. Strophe: „Der König will das Jul draußen (auf dem Meer) trinken und das Spiel Freyrs beginnen“. Die Formulierung „Jultrinken“ deutet darauf hin, dass das Trinken ein wesentlicher Bestandteil des Julfestes war. Der Dichter erwähnt in diesem Zusammenhang „Freys leikr“, also Spiele des Freyr, ohne nähere Erläuterung. Man kann auf jeden Fall von Freyr-Riten zur Julzeit ausgehen, von denen auch spätere Quellen berichten. Auch in den Sagas über Familien ist hie und da von Jul die Rede. Aber hier sind die Zeitbestimmungen ziemlich sicher bereits vom christlichen Festkalender beeinflusst. Die von Snorri und anderen geschilderten Opferrituale werden nicht als authentische Darstellung angesehen. Die Schilderung der Opfer hält man heute für literarische Konstruktionen. Allenfalls die Gelübde, die man mit der Hand auf einen Eber ablegte, der später dann Freyr geopfert wurde, scheinen ein vorchristliches Element zu sein, wenn auch die Überlieferung relativ spät ist. Lokal scheint sich das Julfest in Norwegen nach der Christianisierung als rein soziales Ereignis erhalten zu haben,[6] was dafür spricht, dass das Schwergewicht schon immer auf der sozialen Bedeutung der Zusammenkunft und der Stärkung der Gemeinsamkeit gelegen hatte.

Aus vorchristlicher Zeit soll neben dem beschriebenen Jultrinken auch der Julbock stammen, ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock. Dieser lässt sich vielleicht auf die Ziegenböcke des Gottes Thor zurückführen, die seinen Wagen ziehen. Er bringt auf seinem Rücken noch heute in Skandinavien die Geschenke.

Die heute auch im Christentum bekannten zwölf Rauhnächte, die sich dem 25. Dezember anschließen, zwischen Jul und Epiphanias, sollen schon den Germanen bekannt gewesen sein. Zu dieser Zeit soll sich in der germanischen Vorstellung auch Wodans alljährliche Wilde Jagd abgespielt haben, in der die Geister der Verstorbenen mit Odin über das Land ziehen sollten. Der Glaube, dass zu dieser Zeit das Geisterreich offenstehe, zog Bräuche wie das Stehenlassen von Essen für die Geister (siehe unten) oder das Verbringen von Essen in die Megalithanlagen mit sich.[7] Auch für Odins Pferd Sleipnir stellte man Nahrung vor die Tür. Ebenfalls in den Rauhnächten spielt das Märchen um Frau Holle, die deutliche Bezüge zur germanischen Totengöttin Hel hat.

Auch eine byzantinische Quelle des 10. Jh. berichtet von Zeremonien des Kaisers Konstantin Porphyrogennetos am neunten Tag einer Periode von 12 Tagen zwischen Jul und Epiphanias, in denen zwei Gruppen von Männern als „Goten“ verkleidet und mit Fellen behangen um den Tisch tanzten und unverständliche mit lateinischen Wörtern durchsetzte Texte sangen und mit Stäben auf die Schilde schlugen. Es wird vermutet, dass es sich um Soldaten der wikingischen Leibgarde handelte, die den byzantinischen Sieg über die Goten im 6. Jahrhundert besangen und dies mit heimischen Brauchtumsresten vermengten.[8]

Mittelalter

Die Königsmacht und die Kirche nahmen davon Abstand, in einer Übergangszeit zu schnell und zu radikal mit den Kulttraditionen zu brechen. Håkon der Gute hat das Fest auf den 25. Dezember verlegt,[9] indem er gesetzlich bestimmte, dass das „jólahald“ zur selben Zeit wie das christliche „mælisøl“ zu feiern sei. Das Wort „brandajól“ bezeichnete das Weihnachtsfest mit vier oder fünf aufeinanderfolgenden Feiertagen. Nach der Graugans, einer alten isländischen Gesetzesniederschrift, durfte während der Júlzeit niemand Feuer entzünden oder Holzscheite nach Haus tragen. Erst Olav Tryggvason konnte dank der gefestigten Stellung der Kirche die heidnischen Bräuche verbieten. Aber um dem Volk entgegenzukommen beließ er einige alte Feste, nämlich das zeremonielle Biertrinken zur Jul- und Osterzeit, zur Mittsommerzeit und zur Herbstzeit. Im „Älteren Gulathinggesetz“ wird über das „ølgerð“ zur Julnacht in § 7 bestimmt, dass der Bauer und seine Frau das Bier trinken und den Segen sprechen „zum Wohle von Christus und St. Marien für ein gutes Jahr und Frieden“ („signa til Krist þacca og Sancta Mariu til árs oc til friðar“). Mit „þacca“ bezeichneten die altskandinavischen Trinkformeln „in amorem“ oder „caritatem bibere“, was später in die nordischen Rituale übernommen wurde. Der Rausch hatte eine sakrale Bedeutung, stellte er doch eine Verbindung zu den Göttern her. „Til árs“ bezog sich auf die Nahrung und bezeichnete Kornwachstum und Fischfang. „Friðr“ bezog sich auf den Zusammenhalt in der Sippe, umschloss aber auch den gesamten Hausstand mit dem Vieh, hatte aber auch einen sexuellen Beiklang, indem auch Ernte und Vermehrung mitgedacht wurden.[10] Der Segenstext kann also als vorchristlich gelten. Im ältesten Geschichtstext, dem „Ágrip“ (siehe Geschichte Norwegens), wird über Jól wie folgt reflektiert: „Es gehört sich, hier die von den Christen gestellte Frage zu beantworten, was die Heiden im Hinblick darauf, dass unser Jól mit unseres Herrn Geburt entstand, mit Jól meinen. Heidnische Menschen machen ein Gelage zu Ehren Oðins, der viele Namen hat. Er heißt Viðrir, er heißt Hár, Þriðji und Jólnir. Von Jólnir hat Jól seinen Namen erhalten.“ Richtiger dürfte die „Flateyjarbók“ liegen, wo gesagt wird, dass die Heiden den Oðinsnamen „Jólnir“ aus Jól abgeleitet hätten.

Aus alledem ergibt sich, dass es eine sichere Kunde über das vorchristliche Julfest nicht zu gewinnen ist. Auf jeden Fall kann es als falsch bezeichnet werden, dass das christliche Weihnachtsfest auf das Julfest gelegt worden sei, was in populärwissenschaftlichen Schilderungen immer wieder behauptet wird. Eher ist der umgekehrte Vorgang plausibel, dass das Julfest auf den christlichen Weihnachtstag verschoben wurde. Auch das Brauchtum ist nicht vom heidnischen Julfest in das christliche Weihnachtsfest hineingetragen worden. Denn das heidnische Julfest war nach allem, was man den Quellen entnehmen kann, im wesentlichen ein Gelage.

Entwicklungen im Mittelalter und danach

Im Mittelalter und der Neuzeit entwickelten sich die Julbräuche in Skandinavien weiter. So gab es in Schweden, Norwegen und Finnland, aber auch auf dem Kontinent bis ins 20. Jahrhundert hinein das „Julstroh“. Das Stroh wurde in den Häusern und den Kirchen auf dem Boden ausgebreitet. Es sind „Trolldom“ (= Zauberei) und Orakel mit Strohhalmen beschrieben.[11] Es gab auch die Sitte, im Julstroh zu schlafen, bevor man das Bett unsichtbaren Gästen überließ.[12] Des Weiteren ist das Jultrinken für das Mittelalter gut belegt, sogar die Trinkgefäße sind beschrieben.[13] Dazu kam das Julbrot, das bei dem bäuerlichen Jól eine besondere Rolle spielte. Es wird dafür eine besondere Sorte Brot beschrieben, rund, dick und so lang, wie ein 5-jähriges Kind. Zu den Weihnachtstagen wurde es an völlig unbekannte Leute verteilt. Eine ähnliche Sitte ist für die Zeit um 1400 auch für Böhmen belegt. Eine Predigt von 1515 kritisierte die abergläubischen Riten um das Julbrot, was darauf hindeutet, dass man diesem Brot übernatürliche Kräfte beimaß. In der Christnacht oder sogar während der ganzen Julzeit wurde ein Tisch für unsichtbare Gäste gedeckt. Man ließ dazu ein großes Brot und ein Messer auf dem Tisch liegen, damit die Götter (nunmehr Dämonen) davon essen sollten. Auch waren die Toten oder die Engel oder in deutschen Gegenden Perchta und in Frankreich „les bonnes dames“, die im Mittelalter „dominae“ oder „bonae mulieres“ oder „Parcae“ hießen, so in neuerer Zeit bedacht. Möglicherweise handelte es sich um keltisch-germanische Einflüsse in Verbindung mit den „matronae“ oder „matres“, also Fruchtbarkeitsgöttinnen aus der römischen Zeit, und diese werden mit Bedas „Nacht der Mütter“ in England in Verbindung gebracht. Auf dem Jultisch sollte in der Nacht ein Jullicht und draußen ein großes Julfeuer brennen. Dieses Jullicht ist in einem Verbot aus Dänemark von 1562 belegt, in dem verboten wird, am Julabend, am Neujahrsabend oder am Abend des Dreikönigsfestes um Julfeuer zu bitten. Es gab noch viele Riten, die nicht unmittelbar christlichen Gehalt haben, sondern alle Elemente des damaligen Aberglaubens auf sich fokussierten.

siehe: Geschichte Weihnachtens

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